Zur Startseite← Alle Anleitungen

Memory: das Langzeitgedächtnis

Was das Memory ist

Stell dir vor, du müsstest jedem neuen Kollegen bei jedem Auftrag von vorn erklären, dass du keine Gedankenstriche magst, wie Computerwissen klingt und was bei deiner Steuer-Zielgruppe zieht. Genau das nimmt dir das Memory ab. Es ist das Langzeitgedächtnis der App. Was hier steht, weiß die KI in jedem Chat, ohne dass du es noch einmal sagst.

Wichtig ist die Abgrenzung zu den anderen Werkzeugen. Ein Briefing gehört zu einem Produkt. Ein Skill ist eine Arbeitsweise. Eine Kundenstimme ist ein Klang. Das Memory dagegen ist das, was über all das hinweg gilt: die Dinge, die immer stimmen, egal woran du gerade schreibst.

Die Memory-Seite mit deinen Erinnerungen und der Zahl gespeicherter Einträge

Du findest es in der Seitenleiste unter Memory. Oben siehst du „Mein Memory“ und daneben die Zahl deiner Erinnerungen. Darunter liegen sie als Liste, jede einzeln bearbeitbar.

Wie eine Erinnerung aussieht

Jede Erinnerung ist ein kurzer, frei formulierter Satz. Bewusst keine Kategorien, keine Formulare, keine Pflichtfelder. Ein Gedanke pro Eintrag, in normaler Sprache, so wie du ihn einem Kollegen zurufen würdest.

An jeder Erinnerung hängen zwei kleine Kennzeichen:

  • Gilt für. Eine Erinnerung kann für alle Texte gelten oder nur für einen bestimmten Kunden, ein Produkt oder ein Projekt. Steht da „Alle Texte“, zieht die KI sie immer heran. Steht da „Kunde: (Name)“, nur wenn du gerade für diesen Kunden schreibst. So wandert eine Regel für einen Steuer-Titel nicht versehentlich in ein IT-Mailing.
  • Herkunft. „Von dir“ heißt, du hast die Erinnerung selbst angelegt oder ausdrücklich befohlen. „Automatisch gemerkt“ heißt, die KI hat sie beim Arbeiten aufgeschnappt. Der Unterschied zählt beim Aufräumen, dazu gleich mehr.

Wie „merk dir das“ im Chat hier landet

Der häufigste Weg, wie etwas ins Memory kommt, ist der Chat. Du sagst der KI mitten im Schreiben einfach „merk dir das“, „merkt ihr das bitte“ oder „das gilt immer bei diesem Kunden“, und sie legt den genannten Punkt hier ab. Beim nächsten Mal ist er da, ohne dass du ihn wiederholst. Du brauchst keine feste Formel. Sag es so, wie es dir rausrutscht, die KI erkennt die Absicht und nimmt den Fakt auf.

Zwei Dinge passieren dabei automatisch im Hintergrund:

  • Die Zuordnung. Sagst du „merk dir für den Kunden X“, hängt die KI die Erinnerung an diesen Kunden. Arbeitest du gerade in einem Chat, der klar zu einem Produkt gehört, nimmt sie das als Ziel. Ist das Ziel unklar, speichert sie nicht einfach still für alles, sondern fragt sichtbar nach. Das ist Absicht, damit nichts an der falschen Stelle landet.
  • Der Schutz. Was du ausdrücklich befohlen hast, wird als „von dir“ gespeichert und ist damit vor dem automatischen Aufräumen sicher.

Das Memory merkt sich auch von allein

Du musst nicht jede Erinnerung selbst anstoßen. Das Memory füllt sich auch ohne Befehl. Wenn du ein Recherche-Dossier erstellst oder länger an einem Kunden arbeitest, zieht die KI daraus die dauerhaften, wiederverwendbaren Fakten (typische Schmerzpunkte der Zielgruppe, was bei diesem Kunden funktioniert, wiederkehrende Formulierungen) und legt sie als „automatisch gemerkt“ ab. Du musst dafür nichts tun. Willst du das nicht, schaltest du den Automatik-Modus in den Einstellungen ab.

Und das Memory hält sich selbst in Ordnung. In regelmäßigen Abständen läuft im Hintergrund eine stille Pflege-Runde. Sie macht drei Dinge:

  • Doppelungen entfernen. Zwei fast gleiche Erinnerungen werden zu einer zusammengefasst, die überflüssige wandert ins Archiv.
  • Verknüpfungen anlegen. Erinnerungen, die zusammengehören, werden miteinander verbunden, damit die KI sie gemeinsam heranzieht statt jede für sich.
  • Widersprüche auflösen. Sagt eine neue Erinnerung das Gegenteil einer älteren, gleicht die Pflege-Runde das ab, damit die KI nicht mit zwei Wahrheiten gleichzeitig arbeitet.

Was du selbst angelegt („von dir“) oder angepinnt hast, bleibt dabei unangetastet. Da räumt nichts ungefragt auf.

Selbst eine Erinnerung anlegen

Klick auf Von Hand erstellen. Es öffnet sich ein Feld. Schreib rein, was sich die KI merken soll, frei formuliert, ein Gedanke. Darunter wählst du bei „Gilt für“, ob die Erinnerung für alle Texte gilt oder nur für einen bestimmten Kunden oder ein Produkt. Speichern, fertig.

Gut geeignet sind echte, wiederkehrende Sachen:

  • Schreibregeln und Vorlieben („Keine Gedankenstriche“, „Immer konkrete Zahlen als Ziffern“)
  • Feste Fakten zu einem Kunden oder Produkt („Zielgruppe ist 55+“, „Preis endet immer auf 9“)
  • Tabus und Do-nots („Niemals mit Angst als Haupt-Hebel arbeiten“)
  • Bewährte Muster („Bei diesem Titel zieht die Story-Einleitung besser als die Frage-Headline“)

Mit KI erstellen und bearbeiten

Über den Knopf ✨ Mit KI erstellen/bearbeiten gibst du der KI eine Anweisung in einem Satz, und sie schlägt dir eine überarbeitete Liste vor. Das ist bequem, wenn du mehrere Einträge auf einmal ändern willst.

Beispiele für solche Anweisungen:

  • „Merk dir, dass ich Gedankenstriche nicht mag“
  • „Fass die Punkte zu einem Kunden zusammen“
  • „Formulier alles knapper“
  • „Lösch alles zu einem bestimmten Thema“

Wichtig: Das ist kein Chat, in dem etwas sofort passiert. Du bekommst erst eine Vorschau. Sie zeigt dir mit farbigen Markierungen, was neu dazukommt, was sich ändert und was wegfällt. Oben steht eine kurze Bilanz, zum Beispiel „2 neu, 1 geändert, 1 entfernt“. Erst wenn du auf Übernehmen klickst, wird wirklich geschrieben. Gefällt dir der Vorschlag nicht, klickst du auf Verwerfen, und es bleibt alles beim Alten.

Ansehen, filtern, ändern, löschen

Hast du viele Erinnerungen, hilft oben der Filter Anzeigen. Damit blendest du gezielt nur die eines Kunden ein, nur die für „Alle Texte“ oder alle zusammen.

An jeder Erinnerung hast du rechts drei Handgriffe:

  • 📌 Anpinnen. Eine angepinnte Erinnerung ist geschützt. Die automatische Pflege und das Aufräumen fassen sie nie an. Gut für die paar Grundregeln, die auf keinen Fall verschwinden dürfen.
  • Bearbeiten. Du änderst den Text und die Zuordnung. Bei „Gilt für“ verschiebst du eine Erinnerung von „Alle Texte“ auf einen Kunden oder umgekehrt.
  • ✕ Löschen. Die Erinnerung wandert für 7 Tage ins Archiv und lässt sich in dieser Zeit zurückholen. Erst danach ist sie endgültig weg.

Am kleinen ✕ direkt neben der Zuordnung löst du außerdem eine Bindung: Aus „Kunde: X“ wird wieder „Alle Texte“, ohne dass du in den Bearbeiten-Modus musst.

Speicher selbst aufräumen

Ein großer Teil der Pflege läuft, wie eben beschrieben, ohnehin automatisch. Manchmal willst du aber selbst durchwischen: Du siehst zwei fast gleiche Einträge, etwas Veraltetes oder einen globalen Fakt, der eigentlich klar zu einem Kunden gehört. Dafür gibt es den Knopf Speicher aufräumen.

Ein Klick, und die App macht dasselbe wie die automatische Runde, nur sofort und auf deinen Wunsch: Doubletten und Veraltetes wandern ins Archiv, zusammengehörende Einträge werden verknüpft, Widersprüche aufgelöst, und global gespeicherte Fakten, die sich eindeutig zuordnen lassen, hängt sie an den passenden Kunden oder das passende Produkt. Was du selbst angelegt hast („von dir“) und was du angepinnt hast, bleibt tabu.

Das Archiv

Gelöschtes ist nicht sofort weg. Unter der Liste sitzt das aufklappbare Archiv. Dort liegen Erinnerungen, die du gelöscht hast, die das Aufräumen aussortiert hat oder deren Kunde oder Produkt gelöscht wurde. Jede steht mit einem kurzen Vermerk, woher sie kommt und wann sie archiviert wurde.

7 Tage lang holst du jede mit Wiederherstellen zurück. Danach räumt sie ein wöchentlicher Lauf endgültig weg. Du kannst also frei löschen, ohne Angst, etwas Wichtiges für immer zu verlieren.

Erinnerungen aus ChatGPT, Claude oder Gemini importieren

Hast du in einem anderen KI-Tool schon Erinnerungen über dich gespeichert, musst du sie nicht abtippen. Ganz unten auf der Seite fügst du sie ins Import-Feld ein, eine Erinnerung pro Zeile, und klickst auf Importieren. Die App legt jede Zeile als eigene Erinnerung an und überspringt Doubletten.

Wo du die Erinnerungen im jeweiligen Tool findest, steht dort in einem aufklappbaren Kasten. Gemini hat aktuell keine solche Funktion. Dafür liegt darunter ein fertiger Prompt: Den schickst du der KI, sie fasst zusammen, was sie über dich weiß, und du kopierst ihre Antwort hier rein.

Was ins Memory gehört und was nicht

Die eine Faustregel: Ins Memory kommt, was wiederkehrt. Nicht, was einmalig ist.

Gehört rein, weil es immer wieder gilt:

  • Wie du schreibst und was du nicht magst
  • Feste Eigenschaften einer Zielgruppe, eines Kunden oder Produkts
  • Bewährte Muster, Tabus, wiederkehrende Schmerzpunkte oder Original-Formulierungen der Zielgruppe

Gehört nicht rein, weil es nur diesen einen Text betrifft:

  • Die kreative Richtung eines einzelnen Mailings („diesmal machen wir den Einstieg als Brief“)
  • Reine Tagesaktualität, die nächste Woche schon überholt ist
  • Selbstverständliches, das jede KI ohnehin weiß

Kurz: Die Big Idea eines konkreten Werbestücks gehört ins Briefing, nicht ins Memory. Die Erkenntnis „bei diesem Kunden ziehen Story-Einstiege besser als Frage-Headlines“ gehört ins Memory. Das eine ist eine einmalige Entscheidung, das andere eine Regel für alles, was noch kommt.

Kurz zusammengefasst

  • Das Memory ist das Langzeitgedächtnis: Was hier steht, kennt die KI in jedem Chat.
  • Jede Erinnerung hat eine Zuordnung („Alle Texte“ oder ein bestimmter Kunde/Produkt) und eine Herkunft („von dir“ oder „automatisch gemerkt“).
  • „Merk dir das“ oder „merkt ihr das bitte“ im Chat landet direkt hier, mit passender Zuordnung. Bei unklarem Ziel fragt die KI nach.
  • Das Memory merkt sich auch von allein passende Fakten und pflegt sich in regelmäßigen Abständen: Doppelungen raus, neue Verknüpfungen zwischen Einträgen rein, Widersprüche aufgelöst.
  • Von Hand anlegen, mit KI in der Vorschau bearbeiten, filtern, anpinnen, löschen. Alles direkt in der Liste.
  • Speicher aufräumen stößt dieselbe Pflege sofort an; deins und Angepinntes bleibt tabu.
  • Gelöschtes liegt 7 Tage im Archiv und lässt sich zurückholen.
  • Faustregel: Wiederkehrende Fakten und Regeln ja, die kreative Richtung eines Einzeltextes nein.